In diesem Weblog berichte ich über meine verschiedenen Leseprojekte, insbesondere über die Entstehungsgeschichte meiner Bearbeitung von Mark Twains „Tagebüchern von Adam und Eva“.
Außerdem gibt es Einiges über meine früheren Tätigkeiten am Theater und meine Hörbuch-Aufnahmen zu erfahren.
Ich bin sehr gespannt und aufgeregt, denn es sieht so aus, als ob meine Lesung - nach den aktuellen Regeln - stattfinden kann, was ja zur Zeit nicht selbstverständlich ist.
Ich hatte in diesem Jahr leider keine Zeit, einen neuen Adventskalender vorzubereiten, aber die Gedichte des letzten Jahres sind ja weiterhin vorhanden (Im Blog-Archiv vom 29.11.2020 bis 6.1.2021).
Am 5.12.2021 findet meine erste Lesung nach der langen Corona-Pause statt.
Die Matinee am 2. Adventssonntag um 11 Uhr im Naturfreundehaus Wuppertal (Luhnsfelder Höhe 7, 42369 Wuppertal-Ronsdorf) steht unter dem Motto "Es weihnachtet sehr!" und soll mit alten und neuen, besinnlichen und heiteren Gedichten und Texten auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen.
Für den Besuch der Veranstaltung ist (Stand: 4.11.21) der Nachweis der 3G-Regeln (geimpft, genesen, getestet) erforderlich.
Der Eintritt ist frei. Um eine Spende zugunsten der Naturfreunde wird gebeten.
Sonntag, 20. Juni 2021
Leider hatte ich seit Ostern keine Gelegenheit mehr, regelmäßig Gedichte aufzunehmen und zu veröffentlichen, da die Arbeit für die Schule zum Schuljahrsende hin sehr zeitaufwändig war.
Da sich aber das Schuljahr dem Ende zu neigt und die Sommerferien anstehen, und da ich Ende September in Ruhestand gehen werde, der bei mir sicher eine Unruhestand sein wird, hoffe ich in absehbarer Zeit wieder mit verschiedenen literarischen Projekten aktiv zu werden.
Habt also noch etwas Geduld und schaut immer wieder auf mein Blog, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt. (Die Newsletter-Funktion wurde leider vom Website-Betreiber abgeschafft.)
Zum Ostermontag gibt es den "Osterspaziergang" aus Goethes Faust, in dem Faust mit seinem Famulus Wagner bei einem Spaziergang die Menschen beobachtet, die sich auf den Frühling freuen.
Vom Eise
befreit sind Strom und Bäche Durch des
Frühlings holden, belebenden Blick; Im Tale grünet
Hoffnungsglück; Der alte
Winter, in seiner Schwäche, Zog sich in
raue Berge zurück. Von dorther
sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige
Schauer körnigen Eises In Streifen
über die grünende Flur; Aber die Sonne
duldet kein Weißes: Überall regt
sich Bildung und Streben, Alles will sie
mit Farben beleben; Doch an Blumen
fehlt’s im Revier, Sie nimmt
geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um,
von diesen Höhen Nach der Stadt
zurück zu sehen. Aus dem hohlen,
finstern Tor Dringt ein
buntes Gewimmel hervor. Jeder sonnt
sich heute so gern. Sie feiern die
Auferstehung des Herrn, Denn sie sind
selber auferstanden Aus niedriger
Häuser dumpfen Gemächern, Aus Handwerks-
und Gewerbesbanden, Aus dem Druck
von Giebeln und Dächern, Aus der Straßen
quetschender Enge, Aus der Kirchen
ehrwürdiger Nacht Sind sie alle
ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! Wie behänd sich die Menge Durch die
Gärten und Felder zerschlägt, Wie der Fluss,
in Breit und Länge, So manchen
lustigen Nachen bewegt, Und bis zum
Sinken überladen Entfernt sich
dieser letzte Kahn. Selbst von des
Berges fernen Pfaden Blinken uns
farbige Kleider an. Ich höre schon
des Dorfs Getümmel, Hier ist des
Volkes wahrer Himmel, Zufrieden
jauchzet groß und klein. Hier bin ich
Mensch, hier darf ich’s sein!
Verehrter
Mitmensch, höre und vernimm Freundwillig
mit Hulden und ohne Grimm: Dieweil es nun
Ostern geworden ist, Sollst du, von
welcher Art du auch bist, Ob Heide, Jude,
Moslem, Christ, Durchaus
vergnügt im Herzen sein, Osterwürdig und
osterrein.
Mit einem
Birkenreise kehre Aus deiner
Seele den Geist der Schwere! Der Wenns und
Abers und Achs und Os, Die hart und
starr dein Herz umwindet, Dass der Geist
der Leichte kaum Eingang findet, Mache dich
hurtig und heiter los!
Du brauchst
nichts weiter dazu zu tun, Als dich im
Grünen auszuruhn. Da atmet sich’s
sehr wonnig ein, Was dir das
Herz macht frei und rein: Der jungen
Blumen frischer Hauch; Und die Augen
haben der Wonne auch, Denn nichts ist
lieblicher anzusehn, Als wie sie da
hold beisammenstehn, Blau, weiß und
rosa, klar und licht, Der Erde
süßestes Ostergedicht.
An ihnen dir
ein Beispiel zu nehmen, Sollst du, ach
Mensch, dich keineswegs schämen! Vergiss dein
Gehirn eine Weile und sei Gedankenlos dem
lieben Leben Blumeninnig
hingegeben; Vergiss dein
Begehren, vergiss dein Streben Und sei in
seliger Einfalt frei Des Zwangs, der
dich durchs Hirn regiert!
Er hat dich
freilich hoch geführt Und vieles dir
zu wissen gegeben, Aber das
allertiefste Leben Wird nicht
gewusst, wird nur gespürt. Der Blumen
zarte Wurzeln fühlen Im
keimlebendigen, frühlingskühlen Erdboden mehr
von ihm als du. Und bist doch
auch ein Kind der Erde. Dass sie nicht
sinnenfremd dir werde, Wende ihr heut
die Sinne zu!
Das ist der
festlich tiefe Sinn Der Ostertage:
Mit Entzücken Sollst du zum
Mutterschoß dich bücken. Gib heut, o
Mensch, dich innerst zu beglücken, Der Mutter Erde
frühlingsfromm dich hin!
Gertrud Goes veröffentlichte kurz vor ihrem frühen Tod ein Buch mit Gedichten und Erzählungen "Aus Licht und Schatten", aus dem auch dieses Gedicht stammt.
Der Winter grollt: „Noch bin ich Herr im Lande! Wie darf dies ekle Grün mein weißes
Kleid beflecken? Die Wolken peitsche, Nord! dass sie
mit Schnee bedecken Die Schmach auf meinem fürstlichen
Gewande! Ich weiche nicht dem Lenz, dem
jungen Kinde!“ Unruhvoll heulen die Winde.
Die Bäume raunen: „Ist der Winter
trunken? Schaut doch, er wankt zum See!“ Der
Westwind voller Tücke, Der schmeichelt: „Herr, wie
kunstvoll fügtest du die Brücke Aus festem Eis!“ – Da ist er schon
versunken, Den Winter hat der dunkle See
begraben! – Irgendwo krächzen die Raben.
Die Wolken eilen hastig hin und
wider. „Was ist?“ – „Der König ist tot!“ – „Heil
König Lenz, dem jungen!“ Die tollen Winde jauchzen mit
gewalt’gen Zungen, Die Amsel flötet neue
Krönungslieder. Still, still! Wer trat da eben mit
so lindem Schritte Heimlich in unsre Mitte?
– Lenz!
Für den heutigen Sonntag, mitten im März, habe ich zwei kurze Gedichte von Detlev von Liliencron, der einer der bedeutendsten deutschen Lyriker seiner Zeit war, und Rudolf Presber, einem Schriftsteller und Bühnenautor, ausgewählt.
Heute gibt es ein weiteres Gedicht des deutschen Schriftstellers und Journalisten Cäsar
Otto Hugo Flaischlen, der Romane, Theaterstücke und Gedichte veröffentlicht hat.
Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh! So lockend die Sonne vom Himmel
blitzt, so lockend alles glänzt und glitzt… Sprich noch nicht vom Frühling, es
ist zu früh! Es werden Tage wieder kommen, bevor erblüht, wovon du träumst, da alles wie vorher trostlos weh im Regen sich begräbt und Schnee, Tage voll Traurigkeit, Tage voll
Müh… sprich noch nicht vom Frühling, es
ist zu früh!
Und doch und dennoch: Mit jubelndem
Liede grüße dies frohe befreiende Blau über all dem farblosen Grau, freu dich der flimmernden
Mittagsstunden, sonne das Herz dir zu keimender
Kraft, daß es dem müde machenden Winter und seiner Enttäuschung sich wieder
entrafft!
Nur warte, nur wart noch! Es wird
sich erfüllen, es wird sich erfüllen, was du
ersehnst: Glutig auflodern wird es am Himmel, über die Berge her wird es wehn und wie donnernde Osterglocken wird es durch die Lande gehn…
Nur warte, nur wart noch und hab
Geduld! So schön und so köstlich dies
blitzende Blau mit seinem süßen stillen Locken, es kommen Tage noch und Wochen, farblos grau, da alles wie vorher trostlos weh in Regen sich begräbt und Schnee, Tage voll Traurigkeit, Tage voll
Müh… sprich noch nicht vom Frühling, es
ist zu früh!
Fred Endrikat hat hauptsächlich Texte für das literarische Kabarett (in der Art Morgensterns und Ringelnatz') verfasst und außerdem humoristische und satirische Einakter. In diesem Gedicht begrüßt er am Übergang zwischen Februar und März die ersten Zeichen des Frühlings.
Zwischen
Februar und März liegt die große
Zeitenwende, und, man spürt
es allerwärts, mit dem Winter
geht’s zu Ende. Schon beim
ersten Sonnenschimmer steigt der Lenz
ins Wartezimmer. Keiner weiß, wie
es geschah, und auf einmal
ist der da.
Manche Knospe
wird verschneit zwar im frühen
Lenz auf Erden. Alles dauert
seine Zeit, nur Geduld, es
wird schon werden. Folgt auch noch
ein rauer Schauer, lacht der
Himmel um so blauer. Leichter
schlägt das Menschenherz zwischen
Februar und März.
Der deutsche Schriftsteller, Journalist und Redakteur Cäsar
Otto Hugo Flaischlen hat neben Romanen, Theaterstücken und hochdeutschen Gedichten auch Lyrikbände im schwäbischen Dialekt veröffentlicht.
Schon leuchtet
die Sonne wieder am Himmel und schmilzt
die Schneelast von den Dächern und taut das
Eis auf an den Fenstern und lacht ins
Zimmer: wie geht's? wie steht's?
Und wenn es
auch noch lang nicht Frühling, so laut es
überall tropft und rinnt ... du sinnst
hinaus über deine Dächer ... du sagst, es
sei ein schreckliches Wetter, man werde ganz
krank! und bist im stillen glückselig
drüber wie ein Kind.
In diesem Jahr wird ja auch hier im Rheinland coronabedingt nur wenig Karneval gefeiert. Kurt Tucholsky berichtet uns, wie es vor hundert Jahren (1919) im Berliner Fasching zuging.
Nun spuckt sich
der Berliner in die Hände und macht sich
an das Werk der Fröhlichkeit. Er schuftet
sich von Anfang bis zum Ende durch diese
Faschingszeit.
Da hört man
plötzlich von den höchsten Stufen der eleganten
Weltgesellschaft längs der Spree und
den Kanälen lockend rufen: "Rin in
die Escarpins!"
Und diese
Laune, diese Grazie, weißte, die hat
natürlich alle angesteckt; die Hand, die
tagshindurch Satin verschleißte, winkt ganz
leschehr nach Sekt.
Die Dame
faschingt so auf ihre Weise: Gibt man ihr
einmal schon im Jahr Lizenz, dann knutscht
sie sich in streng geschlossnem Kreise, fern jeder
Konkurrenz.
Und auch der
Mittelstand fühlts im Gemüte: Er macht den
Bockbierfaßhahn nicht mehr zu, umspannt das
Haupt mit einer bunten Tüte und ruft froh:
"Juhu!"
Ja, selbst der
Weise schätzt nicht nur die hehre Philosophie:
auch er bedarf des Weins! Leicht
angefüllt geht er bei seine Claire, Berlin radaut,
er lächelt... Jeder seins.
Den Monat Februar beginne ich mit zwei kurzen Gedichten, die beide etwas Positives in diesem Monat sehen.
Georg Christian Bernhardi (1722 - 1789)
Ein jeder Tag hat seine Plage;
Hat nun der Monat dreißig Tage,
So ist das Elend klar.
In dir kann man sicher sagen,
Dass man die kleinste Last getragen,
O schöner Februar!
Februar – Ernst Lissauer (1882-1927)
O seliger Anfang Februar!
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück, und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
Die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
Ich treibe wachsend Ring und Schicht,
Ich werd’ erneuert.
Zum Ende des
Januars wünscht man sich nichts sehnlicher, als dass bald der Frühling komme
und das Wetter schöner werde, damit man wieder die Natur genießen kann.
„Es gibt bittere
Augenblicke in diesem Leben; die Hauptsache ist, damit fertig zu werden.“
Dieses Zitat
stammt von Otto Julius Bierbaum, auch Martin Möbius, deutscher Lyriker,
Romanautor und Herausgeber der Zeitschrift »Pen«.
Für alle, die sich zurzeit immer wieder beklagen, wie schlimm doch alles sei, und
deshalb fast verzweifeln, gibt Birnbaum in seinem „Freundesbrief an einen
Melancholischen“ einige hilfreiche – aber nicht ganz ernst zu nehmende –
Ratschläge.
Du klagst, mein
Freund, und jammerst sehr,
Wie elend dieses Leben wär;
Es sei nicht auszuhalten. –
Was klagst du denn? Es ist dein Recht,
Bist du ein müd und fauler Knecht,
Dich gänzlich auszuschalten.
Kauf dir, o Freund, ein Pistolet
Und schieß dich tot, – hurra, juchhe!
Dann bist du gleich gestorben.
Doch macht des
Pulvers Knallgetös
Dich, weil nervös du bist, nervös,
Brauchst du nicht zu verzagen.
Ich weiß ein Mittel ohne Knall,
Geräuschlos, prompt; für jeden Fall
Will ich dirs hiermit sagen:
O speise, Freundchen, Strychenin!
Das wird dich in den Himmel ziehn.
Dort geigst du mit den Engeln.
Falls aber, weil du
heikel bist,
Strychnin dir unsympathisch ist
(Es schmeckt ein bisschen fade),
So brauchst du nicht gleich bös zu sein;
Mir fällt schon etwas andres ein:
Geh auf die Promenade
Und hänge dich an einen Ast.
Sobald du ausgezappelt hast,
Hängst du für ewig stille.
Wie? Kitzlig bist
du an dem Hals?
Wohl, mein Geliebter! Diesesfalls
Gilts anderes Gebaren:
Spring in den Fluss, stürz dich vom Turm,
Lass dich gleich einem Regenwurm
Elektrisch überfahren.
Auch ist ein ziemlich sichrer Tod
Der durch komplette Atemnot
Infolge Ofengasen.
Du schüttelst immer
noch den Kopf?
Ei, du verruchter Sauertopf,
Geh hin, dich zu purgieren!
Mach dir Bewegung, fauler Bauch,
So wird die liebe Seele auch
Vergnügt im Sein spazieren.
Ein wackres Wort heißt: resolut!
Hast du zum Sterben nicht den Mut,
So lebe mit Courage!
Für dieses Wochenende habe ich zwei kurze Gedichte
ausgesucht, die beschreiben, dass im Winter die Samen unter dem Schnee oder im
Boden versteckt zu keimen beginnen, die uns später im Jahr entweder mit Brot
versorgen oder als Blumen mit ihrer Schönheit erfreuen. Beide Dichter,
Friedrich Wilhelm Weber und Eduard Mörike lebten im neunzehnten Jahrhundert
ungefähr zur gleichen Zeit.
In der Winternacht - Friedrich
Wilhelm Weber (1813-1894)
Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.
Und deucht die Welt dir öd und leer,
und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht
es wächst viel Brot in der Winternacht.
Im Winterboden schläft ein Blumenkeim - Eduard Mörike
(1804-1875)
Im Winterboden
schläft ein Blumenkeim.
Der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel
in Frühlingsnächten wiegt den samtnen Flügel,
nie soll er kosten deinen Honigseim.
Wer aber weiß,
ob nicht sein zarter Geist,
wenn jede Zier des Sommers hingesunken,
dereinst, von deinem leisen Dufte trunken,
mir unsichtbar, dich blühende umkreist?
Das erste Sonntagsgedicht in diesem Jahr passt meiner
Meinung nach hervorragend zu unserer derzeitigen Situation. Es beschreibt das
aktuelle Wetter (jedenfalls hier in Wuppertal) – bedeckter Himmel und Schnee – und
es will uns Mut machen, (trotz Corona) nach draußen an die frische Winterluft zu
gehen und die erlaubten und möglichen Freiheiten zu genießen.
Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiß;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er’s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch.
Kommt nur heraus, tut es uns gleich.
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an!
Dies ist der letzte Beitrag meines Adventskalenders mit insgesamt 50 Gedichten zur Advents- und Weihnachtszeit an 39 Tagen vom ersten Advent bis zum heutigen Dreikönigstag. Die Auswahl und das Lesen und Aufnehmen der bekannten und unbekannten Gedichte, deren Entstehungszeit von der Mitte des 18. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts reichte, hat mir viel Spaß gemacht, so dass ich beschlossen habe, auf meinem Literaturblog weiterhin wöchentlich ein "Sonntagsgedicht" zu veröffentlichen. Schaut also immer wieder hier hinein oder meldet euch für meinen Newsletter an (rechts am Rand) und teilt auch gerne den Link zu meinem Blog.
Die Heil'gen Drei Könige - Heinrich Heine (1797-1856)
Die Heil'gen Drei Könige aus Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
„Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?"
Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter;
Sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.
Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,
da sind sie hineingegangen;
Das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
die Heil'gen Drei Könige sangen.
Die heiligen drei Könige - August
Wilhelm Schlegel (1767 – 1845)
Aus fernen Landen kommen wir
gezogen;
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren.
Ein schöner Stern ist vor uns hergeflogen.
Nun steht er winkend still am
Himmelsbogen:
Den Fürsten Juda’s muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allen hochgewogen.
Holdselig Kind, lass auf den
Knie’n dich grüßen!
Womit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.
Gold, Weihrauch, Myrrhen, liegen dir zu Füßen;
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst du uns nur mit einem Blicke laben.
Im letzten kurzen Wintergedicht meines Adventskalenders beschreibt Rainer Maria Rilke einen verschneiten Wintertag. Morgen könnt ihr das letzte Türchen meines lyrischen Kalenders mit zwei Gedichten zum Dreikönigstag öffnen.
Die hohen Tannen atmen heiser
im Winterschnee, und bauschiger
schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.
Die weißen Wege werden leiser,
die trauten Stuben lauschiger.
Da singt die Uhr, die Kinder zittern:
Im grünen Ofen kracht ein Scheit
und stürzt in lichten Lohgewittern, –
und draußen wächst im Flockenflittern
der weiße Tag zur Ewigkeit.