Für den heutigen Sonntag, mitten im März, habe ich zwei kurze Gedichte von Detlev von Liliencron, der einer der bedeutendsten deutschen Lyriker seiner Zeit war, und Rudolf Presber, einem Schriftsteller und Bühnenautor, ausgewählt.
Märztag - Detlev von Liliencron (1844 – 1909)
Wolkenschatten
fliehen über Felder,
Blau umdunstet
stehen ferne Wälder.
Kraniche, die
hoch die Luft durchpflügen,
Kommen
schreiend an in Wanderzügen.
Lerchen steigen
schon in lauten Schwärmen,
Überall ein
erstes Frühlingslärmen.
Lustig
flattern, Mädchen, deine Bänder;
Kurzes Glück
träumt durch die weiten Länder.
Kurzes Glück
schwamm mit den Wolkenmassen;
Wollt es
halten, musst es schwimmen lassen.
Detlev von Liliencron (1844 – 1909)
Märzsonne - Rudolf Presber (1868 – 1935)
Nun wandr' ich über Berg und Tal,
Die Welt steht blühend offen,
Mich hat mit erstem Sonnenstrahl
Der Lenz ins Herz getroffen.
Ich hör' das kleine freche Herz
Im dunklen Brustkorb lachen;
Es weiß, es wird im grünen März
Eine selige Dummheit machen.


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