Heute gibt es ein weiteres Gedicht des deutschen Schriftstellers und Journalisten Cäsar
Otto Hugo Flaischlen, der Romane, Theaterstücke und Gedichte veröffentlicht hat.
März - Cäsar Flaischlen (1864 –
1920)
Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
So lockend die Sonne vom Himmel
blitzt,
so lockend alles glänzt und glitzt…
Sprich noch nicht vom Frühling, es
ist zu früh!
Es werden Tage wieder kommen,
bevor erblüht, wovon du träumst,
da alles wie vorher trostlos weh
im Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll
Müh…
sprich noch nicht vom Frühling, es
ist zu früh!
Und doch und dennoch: Mit jubelndem
Liede
grüße dies frohe befreiende Blau
über all dem farblosen Grau,
freu dich der flimmernden
Mittagsstunden,
sonne das Herz dir zu keimender
Kraft,
daß es dem müde machenden Winter
und seiner Enttäuschung sich wieder
entrafft!
Nur warte, nur wart noch! Es wird
sich erfüllen,
es wird sich erfüllen, was du
ersehnst:
Glutig auflodern wird es am Himmel,
über die Berge her wird es wehn
und wie donnernde Osterglocken
wird es durch die Lande gehn…
Nur warte, nur wart noch und hab
Geduld!
So schön und so köstlich dies
blitzende Blau
mit seinem süßen stillen Locken,
es kommen Tage noch und Wochen,
farblos grau,
da alles wie vorher trostlos weh
in Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll
Müh…
sprich noch nicht vom Frühling, es
ist zu früh!
Cäsar Flaischlen (1864 – 1920)

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