Dies ist der letzte Beitrag meines Adventskalenders mit insgesamt 50 Gedichten zur Advents- und Weihnachtszeit an 39 Tagen vom ersten Advent bis zum heutigen Dreikönigstag. Die Auswahl und das Lesen und Aufnehmen der bekannten und unbekannten Gedichte, deren Entstehungszeit von der Mitte des 18. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts reichte, hat mir viel Spaß gemacht, so dass ich beschlossen habe, auf meinem Literaturblog weiterhin wöchentlich ein "Sonntagsgedicht" zu veröffentlichen. Schaut also immer wieder hier hinein oder meldet euch für meinen Newsletter an (rechts am Rand) und teilt auch gerne den Link zu meinem Blog.
Die Heil'gen Drei Könige - Heinrich Heine (1797-1856)
Die Heil'gen Drei Könige aus Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
„Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?"
Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter;
Sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.
Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,
da sind sie hineingegangen;
Das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
die Heil'gen Drei Könige sangen.
Die heiligen drei Könige - August Wilhelm Schlegel (1767 – 1845)
Aus fernen Landen kommen wir
gezogen;
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren.
Ein schöner Stern ist vor uns hergeflogen.
Nun steht er winkend still am
Himmelsbogen:
Den Fürsten Juda’s muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allen hochgewogen.
Holdselig Kind, lass auf den
Knie’n dich grüßen!
Womit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.
Gold, Weihrauch, Myrrhen, liegen dir zu Füßen;
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst du uns nur mit einem Blicke laben.
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