Es ist so weit! Der Heilige Abend ist da und er wird hier von zwei Dichtern mit eher unbekannten Werken „eingeläutet“, in denen auf unterschiedliche Art Christus in der Krippe als Heiland begrüßt wird.
Weihnachtslied - Max von Schenkendorf (1783 – 1817)
Brich
an du schönes Morgenlicht!
Das ist der alte Morgen nicht,
Der
täglich wiederkehret.
Es ist ein Leuchten aus der Fern',
Es
ist ein Schimmer, ist ein Stern,
Von dem ich längst gehöret.
Nun
wird ein König aller Welt,
Von Ewigkeit zum Heil bestellt,
Ein
zartes Kind geboren.
Der Teufel hat sein altes Recht
Am
ganzen menschlichen Geschlecht
Verspielt schon und verloren.
Der
Himmel ist jetzt nimmer weit,
Es naht die sel'ge Gotteszeit,
Der
Freiheit und der Liebe.
Wohlauf, du frohe Christenheit!
Dass
Jeder sich nach langem Streit
In Friedenswerken übe.
Ein
ewig festes Liebesband
Hält jedes Haus und jedes Land
Und
alle Welt umfangen,
Wir alle sind ein heil'ger Stamm,
Der
Löwe spielet mit dem Lamm,
Das Kind am Nest der Schlangen.
Wer
ist noch, welcher sorgt und sinnt?
Hier in der Krippe liegt ein Kind
Mit
lächelnder Gebärde.
Wir grüßen dich du Sternenheld!
Willkommen
Heiland aller Welt!
Willkommen auf der Erde!
O Heiliger Abend - Karl von Gerok (1815 – 1890)
O Heiliger Abend,
mit Sternen besät,
wie lieblich und labend
dein Hauch mich umweht!
Vom Kindergetümmel,
vom Lichtergewimmel
auf schau ich zum Himmel
im leisen Gebet.
Da funkelt’s von Sternen
am himmlischen Saum,
da jauchzt es vom fernen,
unendlichen Raum.
Es singen mit Schalle
die Engelein alle,
ich lausche dem Halle,
mir klingt’s wie ein Traum.
O Erde, du kleine,
du dämmernder Stern,
dir gleichet doch keine
der Welten von fern!
So schmählich verloren,
so selig erkoren,
auf dir ist geboren
die Klarheit des Herrn!
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