Passend zur Wintersonnenwende am heutigen 21.12., dem
längsten Tag des Jahres versucht Jakob Schiff, uns mit seinem Gedicht Mut zu
machen, dass bald alles wieder besser wird.
Winter-Sonnwend-Fest - Jakob Schiff (1852 – 1920)
Nun bedeckt der
Schnee die Fluren weit und breit;
Der Wald, das Feld, der Garten sind verschneit,
Ein Leichentuch liegt auf der Erde.
Doch wissen wir, darunter formt sich still
Die Pflanze, die zum Lichte dringen will,
Und hofft, dass holder Frühling kommen werde.
Ringsum herrscht Friede.
Froher Festestraum
Weht durch die Welt. Den trauten Tannenbaum
Ziert Lichterschmuck und Liebesspende.
Horch – Glockenklang! Ein würdiger Choral
Schwebt sanft verhallend über Berg und Tal –
Das ist die Zeit der Wintersonnenwende!
Du müdes
Menschenherz, vom Leid erfasst,
Aufstöhnend unter bittrer Sorgen Last,
Du sollst dich nicht verloren wähnen!
Schon keimt der Trost, der künftig dich beglückt,
Die Liebe waltet, die den Lenz dir schmückt:
Ein Freudensonnenstrahl trinkt deine Tränen.
Verzage nicht! Sei stark
und fasse Mut!
Gewiss, es wird noch alles, alles gut,
Und jeder Kummer hat ein Ende!
Die Hoffnung gießt, das wahre Weihnachtskind,
In alle Seelenwunden Balsam lind
zur Wonnezeit der Wintersonnenwende!
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