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In diesem Weblog berichte ich über meine verschiedenen Leseprojekte, insbesondere über die Entstehungsgeschichte meiner Bearbeitung von Mark Twains „Tagebüchern von Adam und Eva“.

Außerdem gibt es Einiges über meine früheren Tätigkeiten am Theater und meine Hörbuch-Aufnahmen zu erfahren.

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Samstag, 29. Oktober 2016

Rückblick (2) - Vom Theater zur Lesung

Nachdem sich sowohl 2007 die Cronenberger Amateurtheaterguppe als auch 2008 die Schultheater-AG aufgelöst hatte, habe ich mich aus dem Theaterbereich zurückgezogen.

Dreieinhalb Jahre später entdeckte ich die Webseite www.librivox.org, auf der Audiodateien von Theaterstücken und literarischen Texten verschiedenster Art zu finden sind.
Alle diese Aufnahmen sind im zugehörigen Forum entstanden. Dort werden viele verschiedene  Projekte vorgestellt, für die Leser gesucht werden. Interessierte Menschen können sich bewerben, um Texte aufzunehmen, die von den Projektleitern zum fertigen Werk zusammengesetzt werden.
So werden z.B. Theaterstücke auf die verschiedenen Rollen aufgeteilt, wobei auch oft mehrere kleine Rollen zu einer Gruppe zusammengefasst werden, die von einem Leser (mit unterschiedlichen Stimmen) aufgezeichnet wird.

Bei den Texten handelt es sich immer um urheberrechtsfreie Werke. Da LibriVox von einem kanadischen Autor und Webdesigner gegründet wurde, liegt der Schwerpunkt auf englischsprachiger Literatur, aber es sind dort auch Texte in den verschiedensten Sprachen der Welt zu finden.

Ich habe mich 2012 bei LibriVox angemeldet, einerseits, um wieder in verschiedene Rollen schlüpfen zu können und andererseites, um meine englischen Sprachkenntnisse zu trainieren.

So habe ich zunächst in mehreren Theaterstücken jeweils 3 bis 4 kleine Rollen übernommen, dann habe ich in einer englischen Fassung von Molieres "Der eingebildete Kranke" ("The imaginary invalid") die Rolle des Dr. Diafoirus gelesen, die ich schon in einer eigenen Inszenierung im Schultheater gespielt habe.
Die größte Rolle, die ich gesprochen habe, war Rodrigo Quast in den beiden Stücken "Lulu 1" (Ergeist / Earthspirit) und "Lulu 2" (Die Büchse der Pandora / Pandora's box) von Frank Wedekind und zwar sowohl in der deutschen als auch in der englischen Fassung.
Als letztes habe ich Anfang 2013 die Kurzgeschichte "The Man That Was Used Up" von Edgar Allan Poe aufgenommen.

Wer alle 15 Aufnahmen finden möchte, an denen ich beteiligt war, kann den folgenden Link anklicken: Leser: Wupperhippo.
Oder man muss im Suchfeld der Startseite mein Pseudonym "Wupperhippo" eingeben, unter dem ich mich dort angemeldet hatte.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Adam und Eva (2)

In den letzten zwei Wochen habe ich etwa ein Viertel des Textes der beiden Tagebücher neu übersetzt.
Leider hatte ich nicht allzuviel Zeit, aber die Übersetzung fiel mir zum Glück relativ leicht. Ich hoffe, in den nächsten Wochen etwas schneller voranzukommen.

Samstag, 1. Oktober 2016

Rückblick (1) - Am Anfang war das Theater

Wie bin ich zur Literatur gekommen und wie auf die Idee, Lesungen durchzuführen?

Der Grundstein dazu wurde bereits in der Schule gelegt, wo mir das Gedichtelernen und -aufsagen schon Spaß gemacht hat. Die Bürgschaft und der Erlkönig geistern immer noch in meinem Kopf herum.
Auch an einige Bücher und Theaterstücke, die wir im Deutsch- und im Englischunterricht besprochen haben, erinnere ich mich noch, z.B. "Wilhelm Tell", "Mutter Courage", "A Streetcar Named Desire" (Endstation Sehnsucht), "The Catcher in the Rye" (Der Fänger im Roggen) und "1984".
Außerdem war es wahrscheinlich unser Deutschlehrer, der (Anfang der 1970er Jahre) einige meiner Klassenkameraden und mich zu einem Schülerabonnement am Mönchengladbacher Theater überredet hat.
So kam ich - zunächst nur als Konsument - zur Literatur und zum Theater.

Nach meiner zweijährigen Bundeswehrzeit in Idar-Oberstein begann während des Studiums meine aktive Phase am Theater.
Ich weiß nicht mehr genau, welcher meiner Freunde mich eines Tages ins Theater mitnahm, wo für eine Inszenierung der Operette "Ein Walzertraum" von Oscar Straus viele Statisten benötigt wurden. Jedenfalls war es seit diesem ersten Auftritt um mich geschehen. Ich hatte Bühnenluft geschnuppert und es zog mich in den folgenden Jahren immer wieder dorthin.

Die Vereinigten Bühnen Krefeld Mönchengladbach waren (und sind es immer noch) ein Dreispartentheater, so dass ich dort auch von 1978 bis 1991 in den unterschiedlichsten Produktionen (Schauspiel, Oper, Operette und Ballett) mitwirkte und neben der einfachen stummen Statistentätigkeit auch immer wieder kleine Sprecheinsätze hatte und Gesangseinlagen im Extrachor und sogar einzelne Tanzszenen im Ballett machen durfte.

Parallel dazu habe ich Anfang der 1980er Jahre in zwei Amateurtheatergruppen größere Rollen gespielt und Regie geführt.

Im Jahr 1984 haben zwei Schauspieler des Mönchengladbacher Theaters im benachbarten Ort Neersen die "Schlossfestspiele" ins Leben gerufen, ein Freilichttheater, in dem im Sommer (während der normalen Theaterferien) Stücke für Erwachsene und auch Märchen für Kinder aufgeführt werden.
Dort habe ich vom Beginn an bis 1992 als Komparse mitgewirkt und sehr häufig kleine Sprechrollen bekommen.
Das musste ich leider aus beruflichen Gründen aufgeben, da ich in diesem letzten Jahr meine Lehrerstelle in Wuppertal angetreten hatte und mir dadurch zu wenig Zeit für dieses schöne Hobby blieb.

Nach einer vierjährigen Theaterpause ging es dann aber weiter, als ich nach Wuppertal umgezogen war. Hier hatte sich nämlich gerade im Stadtteil Cronenberg eine neue Amateurtheatergruppe gegründet, die noch Mitwirkende suchte.
Da alle Teilnehmer der Gruppe eigentlich keine Ahnung vom Theaterbetrieb hatten, sondern sich aus Spaß an der Sache zusammengeschlossen hatten, wurde ich mit meiner Bühnenerfahrung gerne aufgenommen und habe von 1997 bis 2007 in neun Komödien - oft in Hauptrollen - mitgewirkt.

An der St.-Anna-Schule war ich schon 1995 zur 90-Jahrfeier des Gymnasiums im Sketch "Dinner for One" aufgetreten.
Zwei Jahre später wurde ich von den Deutschkollegen gefragt, ob ich nicht die Leitung der Theater-AG übernehmen wollte. So habe ich dann zwischen 1998 und 2008 sieben Theaterstücke mit Schülern inszeniert und auch fast immer in kleineren oder größeren Rollen mitgespielt.

Dies ist der Überblick über meine Theaterkarriere.
Wie es danach weiterging und wie ich zum Lesen kam, werde ich ein anderes Mal berichten.

Adam und Eva (1)

Die ersten Schritte sind gemacht!

Ich habe in dieser Woche begonnen, Mark Twains Texte neu zu übersetzen und dabei zu sortieren, d.h. die Tagebucheinträge von Adam und von Eva chronologisch zu ordnen.
Die Neuübersetzung hat drei Gründe:
- erstens bin ich (fast) nie mit (älteren) Übersetzungen zufrieden;
- zweitens muss ich kein Copyright beachten, wenn ich meine eigene Textfassung erstelle;
- drittens kann ich mich so am intensivsten mit dem Text beschäftigen.

Beim Überfliegen des Textes und beim Erstellen einer ersten Übersicht über die genannten Daten der Tagebucheinträge fiel mir allerdings auf, dass Eva besonders zu Anfang einzelne sehr lange Passagen hat (Adams Einträge beginnen erst in der zweiten Woche) und dass andererseits Adam als einziger nach der Vertreibung aus dem Garten Eden noch eine Zeit lang über die Geburt und Entwicklung von Kain und Abel weiter berichtet.
Nur für den Zeitraum von etwa vier Wochen (eine Woche nach der "Schöpfung" bis zum "Sündenfall") sind Tagebuchnotizen von beiden zu finden, die die gleichen Erlebnisse und Erfahrungen jeweils aus der Sicht von Adam oder von Eva schildern.

Es wird also noch eine schwierige Aufgabe, die Endfassung so zu gestalten, dass kein Ungleichgewicht entsteht, d.h. dass in den ersten Tagen nicht nur Eva zu Wort kommt und dass beim späteren gemeinsamen Familienleben nicht ausschließlich Adams Eindrücke wiedergegeben werden.
Hier ist besonders viel Fingerspitzengefühl notwendig, um die Texte anzupassen und eventuell neu zuzuordnen oder sinnvoll zu kürzen, damit auch in diesen Phasen ein Dialog entstehen kann.

Auf jeden Fall werde ich zuerst weiter an der "sortierten" Übersetzung arbeiten und mich erst anschließend an die Bearbeitung für die Dialogfassung heranwagen.