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In diesem Weblog berichte ich über meine verschiedenen Leseprojekte, insbesondere über die Entstehungsgeschichte meiner Bearbeitung von Mark Twains „Tagebüchern von Adam und Eva“.

Außerdem gibt es Einiges über meine früheren Tätigkeiten am Theater und meine Hörbuch-Aufnahmen zu erfahren.

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Sonntag, 28. Februar 2021

Sonntagsgedicht KW08 2021 – Früher Frühling - Fred Endrikat

 

Fred Endrikat hat hauptsächlich Texte für das literarische Kabarett (in der Art Morgensterns und Ringelnatz') verfasst und außerdem humoristische und satirische Einakter.
In diesem Gedicht begrüßt er am Übergang zwischen Februar und März die ersten Zeichen des Frühlings.

  

Früher Frühling - Fred Endrikat (1890 – 1942)

Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht’s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist der da.

Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauer Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.


Sonntag, 21. Februar 2021

Sonntagsgedicht KW07 2021 – Februar - Cäsar Flaischlen

Der deutsche Schriftsteller, Journalist und Redakteur Cäsar Otto Hugo Flaischlen hat neben Romanen, Theaterstücken und hochdeutschen Gedichten auch Lyrikbände im schwäbischen Dialekt veröffentlicht.

  

Februar - Cäsar Flaischlen (1864 - 1920)

Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel
und schmilzt die Schneelast von den Dächern
und taut das Eis auf an den Fenstern
und lacht ins Zimmer: wie geht's? wie steht's?

Und wenn es auch noch lang nicht Frühling,
so laut es überall tropft und rinnt ...
du sinnst hinaus über deine Dächer ...
du sagst, es sei ein schreckliches Wetter,
man werde ganz krank! und bist im stillen
glückselig drüber wie ein Kind.

 


Sonntag, 14. Februar 2021

Sonntagsgedicht KW06 2021 – Berliner Fasching - Kurt Tucholsky

 

In diesem Jahr wird ja auch hier im Rheinland coronabedingt nur wenig Karneval gefeiert.
Kurt Tucholsky berichtet uns, wie es vor hundert Jahren (1919) im Berliner Fasching zuging.

 

Berliner Fasching - Kurt Tucholsky (1890 – 1935)

Nun spuckt sich der Berliner in die Hände
und macht sich an das Werk der Fröhlichkeit.
Er schuftet sich von Anfang bis zum Ende
durch diese Faschingszeit.

Da hört man plötzlich von den höchsten Stufen
der eleganten Weltgesellschaft längs
der Spree und den Kanälen lockend rufen:
"Rin in die Escarpins!"

Und diese Laune, diese Grazie, weißte,
die hat natürlich alle angesteckt;
die Hand, die tagshindurch Satin verschleißte,
winkt ganz leschehr nach Sekt.

Die Dame faschingt so auf ihre Weise:
Gibt man ihr einmal schon im Jahr Lizenz,
dann knutscht sie sich in streng geschlossnem Kreise,
fern jeder Konkurrenz.

Und auch der Mittelstand fühlts im Gemüte:
Er macht den Bockbierfaßhahn nicht mehr zu,
umspannt das Haupt mit einer bunten Tüte
und ruft froh: "Juhu!"

Ja, selbst der Weise schätzt nicht nur die hehre
Philosophie: auch er bedarf des Weins!
Leicht angefüllt geht er bei seine Claire,
Berlin radaut, er lächelt...
Jeder seins.


Sonntag, 7. Februar 2021

Sonntagsgedicht KW05 2021 – ohne Titel – Georg Christian Bernhardi – Februar – Ernst Lissauer

 

Den Monat Februar beginne ich mit zwei kurzen Gedichten, die beide etwas Positives in diesem Monat sehen.

 

Georg Christian Bernhardi (1722 - 1789)

Ein jeder Tag hat seine Plage;
Hat nun der Monat dreißig Tage,
So ist das Elend klar.

In dir kann man sicher sagen,
Dass man die kleinste Last getragen,
O schöner Februar!



Februar – Ernst Lissauer (1882-1927)

O seliger Anfang Februar!
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück, und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
Die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
Ich treibe wachsend Ring und Schicht,
Ich werd’ erneuert.